Weltfinanzsystem am Limit

Ronald » 08. Januar 2009 » in Business Global »

Einblicke in den „Heiligen Gral“ der Globalisierung

Bereits Anfang 2008 hat der Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA) eine umfassende Studie zur Finanzkrise vorgestellt.

Buch - Weltfinanzsystem am Limit


Der Autor Dirk Solte antwortet im Magazin vorwärts.de auf die Frage:

“Kommt die derzeitige Krise überraschend?”

“Für viele Akteure offensichtlich ja. Ich hatte nach den Recherchen für unser Buch „Weltfinanzsystem am Limit“ so etwas erwartet. Allerdings hatte ich gehofft, dass wir noch zwei Jahre Zeit hätten.”

Lesen Sie auch diese aktuelle Teilanalyse (Oktober 2008):
Die Reise nach Jerusalem - Gewinner und Verlierer der Finanzkrise” - PDF (ca. 400 Kb)

Die Pressemitteilung des BWA vom Januar 2008 ist angesichts der dramatischen Entwicklungen im letzten Jahr immer noch richtungsweisend und zeigt einige Möglichkeiten für die kommenden Weltkonferenzen zur Finanzkrise auf.

„Wie viele und wie verheerende Finanzskandale brauchen wir noch, bis wir endlich ernsthaft über ein vernünftiges Weltfinanzsystem nachdenken?“, fragt der Ulmer Ökonom Franz Josef Radermacher nach der jüngsten Welle von Krisen und Skandalen in der Finanzwirtschaft. Als Beispiele für notwendige Maßnahmen nannte er die Aufhebung von Steuerparadiesen, wie sie Helmut Schmidt forderte, und die Einführung einer Devisentransaktionssteuer.

In dem BWA-Impulsbuch „Weltfinanzsystem am Limit – Einblicke in den ‚Heiligen Gral der Globalisierung’“ zeigt der BWA-Ökonom und Leiter der BWA-Kommission Steuern und Finanzmarkt Dirk Solte die zahlreichen problematischen Wirkmechanismen im heutigen Weltfinanzsystem auf. „Die jüngsten Verwerfungen waren demnach nicht überraschend und weitere noch viel dramatischere sind vorgezeichnet“, so Radermacher.

Mit umfangreichen Fakten macht die BWA-Studie sichtbar, wie die Deregulierung der Finanzmärkte zu einem permanenten Ausbluten der Staatsfinanzen führte und dadurch die Voraussetzungen für Wohlstand wie Infrastruktur, Bildung und Forschung immer schlechter finanziert werden können. „Global agierende Akteure können sich heute ganz legal ihrer ‚Beitragszahlungen’ für die Gesellschaft entziehen“, stellt Solte fest. In der Folge driftet die Gesellschaft immer weiter auseinander mit wenigen Gewinnern und vielen Verlierern.

„Gerade auch der Mittelstand, viele kleine und mittlere Unternehmen sowie der erfolgreiche Typus der eigentümergeführten Unternehmen gerät zunehmend unter Druck beziehungsweise verschwindet“, resümiert Radermacher. Da kein Bereich so konsequent und umfassend globalisiert ist wie der Weltfinanzmarkt, führt deshalb kein Weg daran vorbei, einen global wirksamen Ordnungsrahmen für das Weltfinanzsystem zu entwickeln und dafür taugliche Systeme und Umsetzungen zu konzipieren. „Nichts weniger muss unsere Antwort sein, wenn wir nicht den Kollaps riskieren wollen“, meint Radermacher.

Quelle: www.bwa-deutschland.de

Prof. Dr. Dr. Radermacher zum Thema im Interview bei bloomberg.tv: (ca. 10 Min.)

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2 Kommentare für "Weltfinanzsystem am Limit"

  1. Ronald
    Sam
    08/01/2009 Permalink

    Es ist ja auch echt ein Trauerspiel, das die Börsenaufsicht und die Rating-Agenturen von den Leuten bezahlt werden, die sie beaufsichtigen sollen, und die Leute die in der Aufsicht arbeiten sehr oft sehr hochbezahlte Jobs bei Börsennotierten Firmen einnehmen.
    Genauso die Rating-Agenturen, die eigentlich das Risiko bewerten sollten, auch sie werden von denen bezahlt, die sie bewerten sollen, und tun sich schwer damit große Firmen (also gute Kunden) runterzustufen. So sehr, dass Ende 2008 niemand mehr die Ratings ernst nahm.
    Zufall? Oder vielleicht doch eher ein Trauerspiel.

    Das schlimmste: trotz der Geldmarktkrise ist das ganze immer noch so. Unverändert. Diese Krise ist noch nicht überstanden, und wir haben schon die Grundlagen für die nächste geschaffen.

    “Stop the (financial) world, I wanna get off!”

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  1. [...] Sie dazu auch: Weltfinanzsystem am Limit und Welt mit [...]

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