Potenzial der Migranten heben
Heute veröffentlicht das Berlin-Institut eine Studie zur “Lage der Integration in Deutschland”.
Der Spiegel berichtet dazu:
30 Prozent der Türken und Türkischstämmigen haben keinen Schulabschluss, nur 14 Prozent haben das Abitur, nicht einmal halb so viele wie in der deutschen Bevölkerung, weniger auch als bei den anderen Zuwanderergruppen.
Genau hier setzt im Ruhrgebiet der Verein IBFS e.V. an, über den ich hier bereits berichtet habe.
Der Gründer des Vereins - Murat Vural - wurde in Deutschland geboren, musste dann aber als Jugendlicher für fünf Jahre in der Türkei leben. Zurück in Deutschland landete er in der Hauptschule und musste gegen viele Widerstände kämpfen um doch noch die Chance zum Abitur zu bekommen. Heute forscht der Diplom-Ingenieur als Doktorand an der Ruhr-Uni in Bochum im Bereich der Theoretischen Elektrotechnik.
In seinen Vorträgen macht er deutlich, dass nicht allein das deutsche Schulsystem eine Hürde darstellt - vielen Jugendlichen mit Migrationshintergrund fehlt jegliche Unterstützung in der Familie. Entweder weil den Eltern selber die notwendige Bildung und die Sprachkenntnisse fehlen um ihre Kinder zu unterstützen oder ihnen wird von Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden - von ihrem ganzen Umfeld - gleich gesagt, dass sie keine Chance haben und es keinerlei Sinn hat sich überhaupt anzustrengen.
Eine ähnliche Situation wie sie auch in deutschen “Hartz 4″-Familien leider viel zu häufig vorkommt.
Murat Vural will das ändern und den Schülern zeigen, dass in Deutschland jeder Mensch die Möglichkeit hat seine Potenziale zu nutzen - vollkommen unabhängig von seinem familiären Hintergrund.
Sehe Sie einen Bericht der WDR Servicezeit (ca. 6 Minuten):
Murat Vural dehnt seine Initiative zur Zeit auf das ganze Ruhrgebiet aus und will das Konzept langfristig auf ganz Deutschland ausweiten.
Interkultureller Bildungs- und Förderverein für Schüler Und Studenten: www.ibfs-ev.org
Aktuell unterstützt der IBFS e.V. auch ein interessantes “schulformübergreifendes” Projekt:
Schülerinnen und Schüler des Ruhrtalgymnasiums und der Eintracht-Hauptschule (EHS) in Schwerte wollen gemeinsam im Ballon in “100 Minuten um die Welt” reisen: auf der Bühne und in Form eines Musicals mit dem globalen Thema Wasser.
Das Projekt ist eine erstmalige modellhafte Kooperation der zwei Schulformen, des Amtes für Jugendarbeit der Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW-Landesebene), des Jugendreferates im Kirchenkreis Iserlohn (Regionalebene) und des IBFS (Interkultureller Bildungs- und Förderverein für Schüler und Studenten eV), der mit Schülern und Eltern der Eintracht-Hauptschule in Workshops das Thema vertiefen wird.
Die Homepage zum Musical-Projekt: In 100 Minuten um die Welt

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