Die New York Times schreibt über den Roman Logoland:
Gegen Max Barrys Welt des Marketing wirken die albtraumhaften Werbelandschaften aus Minority Report geradezu harmlos.
Aus dem Klappentext:
In Max Barrys Vision von morgen läuft der globale Kapitalismus und Konsumterror Amok. Die Welt wird von einigen wenigen amerikanischen Konzernen beherrscht, die aggressiv um die Vormachtstellung am Markt kämpfen, wobei ihnen jedes Mittel recht ist.
Angestellte werden in dieser Welt nach ihrem Arbeitgeber benannt, Steuern sind verboten, selbst Polizei und die amerikanische Waffenlobby sind längst privatisiert und korrupt. Ohne Cash kein Service.
Der kleine leichtgläubige Vertriebsangestellte Hack Nike wird vom Marketing vertraglich zu einem Attentat verpflichtet und gerät in das Visier von Agentin Jennifer Government.
Dieses Buch hat einen hohen Unterhaltungswert und hat mich besonders amüsiert, da ich mich gerade zur Zeit der ersten Sichtung beruflich mit dem Thema “Bonusprogramme” beschäftigen durfte und die kommen hier mal echt schlecht davon.
Basierend auf Logoland bietet der Autor Max Barry auf seiner Homepage ein Online-Spiel an, bei dem der Spieler seinen eigenen Staat mit seinen eigenen politischen Idealen kreieren kann.
“NationStates is a free nation simulation game. Build a nation and run it according to your own warped political ideals. Create a Utopian paradise for society’s less fortunate or a totalitarian corporate police state. Care for your people or deliberately oppress them. Join the World Assembly or remain a rogue state. It’s up to you.”
Ein Video-Portrait von Murat Vural und seinem Projekt (ca. 3 Min.):
Murat Vural geht systematisch dagegen vor, dass Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem überdurchschnittlich schlecht abschneiden und dadurch weniger gesellschaftliche und berufliche Perspektiven haben.
Seine Organisation IBFS zeigt Kindern mit der Hilfe von Migranten, die erfolgreich integriert sind, dass es möglich ist, in Deutschland etwas zu werden; sie befähigt Kinder, sich Ziele zu setzen (Abitur, Ausbildung), setzt Anreize und gibt schulische Hilfestellung für den Erfolg. Damit schafft Murat Vural in Schulen und in Migranten-Gemeinden einen Perspektivwandel hin zu Leistungsorientierung und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.
IBFS führt Migranten an das Leben in Deutschland heran, vermittelt zwischen ausländischen Eltern und Lehrern und sorgt für Verständigung über kulturelle und sozioökonomische Grenzen hinweg. IBFS hat seine Arbeit in Castrop-Rauxel aufgenommen und dehnt seine Initiative im Moment auf das gesamte Ruhrgebiet aus.
Murat Vural arbeitet daran, sein Modell auch deutschen Kindern aus bildungsfernen Schichten anzubieten.
Auf der Imagine-Konferenz von aiesec, Anfang 2007 in Wuppertal, lernte ich auch den damaligen Wirtschaftsstudenten Matti Spiecker kennen.
Er kam gerade von einer acht Monate dauernden Weltreise zurück, in deren Verlauf er zusammen mit zwei Kommilitonen insgesamt 33 Sozialunternehmer in Asien, Afrika und Südamerika besucht und interviewt hat.
Ein Stück dieser Reise ging auch durch Laos, wo sie zwei interessante Unternehmen besuchten - Sunlabob und Jhai Coffee.
Ihre Reise haben die Studenten mit einem Blog im Internet begleitet. Besonders spannend war aber auch die Kooperation mit einigen Schulen in Deutschland. Hier haben sie mehrmals per Video und Live-Chat direkt in die Klassenzimmer von ihrer Expedition berichtet und Fragen der Schüler beantwortet.
Matti Spiecker hat dieses Konzept der “virtuellen Verbindung” mittlerweile weiterentwickelt zur Stiftung WELT:KLASSE, über die ich hier auch noch berichten werde.
Social Business wird ein Schwerpunktthema dieses Blogs werden. Auf verschiedenen Veranstaltungen bin ich in den letzten drei Jahren mehreren Social Entrepreneurs begegnet, deren Begeisterung und Engagement mich tief beeindruckt haben.
Sie alle waren Ashoka-Fellows.
Ashoka ist eine internationale Organisation, die gezielt nach Sozialunternehmern mit neuen und innovativen Ideen sucht und diese Menschen dann finanziell und mit Beratung dabei unterstützt ihre Idee umzusetzen.
Ashoka definiert es so:
Social Entrepreneurs sind Menschen, die sich mit unternehmerischem Engagement innovativ, pragmatisch und langfristig für einen bahnbrechenden gesellschaftlichen Wandel einsetzen. Sie sind einer der demokratischen Motoren der Gesellschaft. Sie wollen die gesellschaftlichen Strukturen im Sinne der Subsidiarität von unten („bottom-up“) verbessern.
Die Aufgabe eines Social Entrepreneurs ist es, gesellschaftliche Engpässe zu erkennen und Durchbrüche zu schaffen. Sie erkennen die Ursachen von Problemen und mögliche Lösungen, sie ändern das System, verbreiten neue Ansätze und spornen die Gesellschaft an, neue Wege zu gehen.
Der Autor David Bornstein hat ein spannendes Buch über die Entstehung von Ashoka geschrieben. Er hat viele Sozialunternehmer rund um die Welt besucht und beschreibt ausführlich ihre Projekte und Motivation.
Die Zivilgesellschaft als nicht staatlicher und nicht privatwirtschaftlicher Bereich gehört weltweit zu den am schnellsten wachsenden Sektoren. Steigende Pro-Kopf-Einkommen, sinkende Analphabetenquoten, die Verbreitung des Internets sowie größere demokratische Freiheiten tragen dazu bei, daß rund um den Globus immer mehr Bürger aktiv werden, mit dem Ziel, die Lebensverhältnisse für ihre Mitmenschen zu verbessern.
Auszug aus einem Essay von Peter Spiegel auf sonnenseite.com:
Ein besonders hartnäckiges Denkmuster hat sich der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus vorgenommen, kreativ zu zerstören: die Vorstellung, dass es immer Armut geben muss. Mit seiner Grameen Bank hat er ein ausgesprochen hartnäckiges Denkmuster auf dem Weg zu einer Welt ohne Armut bereits abgeräumt: Nachdem inzwischen weltweit mehr als 100 Millionen bettelarme Menschen Kleinkredite erhalten und damit ihre Leben selbst erfolgreich in die Hand genommen haben, behauptet niemand mehr, ein Banking ohne Sicherheiten sei undenkbar.
Mit seinem neuen Buch „Die Armut besiegen“ tritt Yunus nun einen zweiten Feldzug in seinem Kampf gegen die Armut an. Dazu nimmt er jetzt die Vorstellung ins Visier, Wirtschaft und Kapitalismus können nur mit Unternehmen funktionieren, die auf Profitmaximierung angelegt sind. Seine Gegenthese lautet: „Social Business“, „Sozialunternehmen“ funktionieren sowohl wirtschaftlich als auch gesamtgesellschaftlich viel besser.
Yunus ist nicht nur Wirtschaftsprofessor, sondern vor allem Praktiker und Unternehmer, „Business Week“ nahm ihn immerhin in den Kreis der fünf „besten Unternehmer aller Zeiten“ auf. Selbstverständlich prescht er auch mit seiner neuen revolutionären These auf der Grundlage funktionierender Erfolgsbeispiele vor, zuletzt mit dem „Social Joint Venture“ zwischen Grameen und dem Lebensmittelmulti Danone, das den Auslöser für seine neue Initiatve gab.
Auszug aus einem Artikel von Rupert Neudeck auf sonnenseite.com:
Yunus beharrt darauf, dass die Armut die größte Bedrohung für den Weltfrieden sei, nicht der Terror. Da die Armut einem Menschen jegliche Kontrolle über sein Schicksal entzieht, kann sie als völlige Verweigerung der Menschenrechte bezeichnet werden. Werde in einem Land die Meinungsfreiheit oder die Religionsfreiheit verletzt, so sind oft weltweite Probleme die Folge. Doch “Wenn die Armut die Hälfte der Menschheit ihrer grundlegenden Menschenrechte beraubt, wenden sich die meisten von uns ab und leben wie gewohnt weiter”.
Ein Vorabdruck aus “Die Armut besiegen” und ein Bericht über die “Unternehmenswelt” von Muhammad Yunus findet sich in der Ausgabe 01/2008 von “Senate - Magazin für eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft”:
Ich selbst bin nicht religiös in einem kirchlichen Sinne. Nichtdestotrotz ist die Botschaft, die uns Jesus Christus hinterlassen hat, für mich eine Art festes Fundament wenn es darum geht das alltägliche Richtig und Falsch zu bewerten.
Bedauerlicherweise wird die Botschaft von den handelsüblichen Kirchen teils bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und oft durch allerlei Beiwerk verdeckt.
Für mich hat Heiner Geißler den Kern des Evangeliums in seinem Buch “Was würde Jesus heute sagen?” sehr gut analysiert und am Schluß auf den Punkt gebracht:
NICHT DIE POLIS, nicht die Nation, nicht der Staat - der Mensch mit seiner in Gott begründeten unantastbaren Würde wird zum Mittelpunkt des politischen Geschehens.
DIE WÜRDE DES MENSCHEN und die aus ihr resultierenden Menschenrechte sind der Maßstab der “Gesetze” und die Grundlage für das gleichberechtigte und multikulturelle Zusammenleben der Menschen.
DIE LIEBE ZUM NÄCHSTEN hat gleichen Rang wie die Liebe zu Gott. Die Liebe zu Gott ist ohne Liebe zum Nächsten wertlos.
DIE LIEBE ZUM NÄCHSTEN ist nicht platonisch und keine Sache des Gefühls. Sie bedeutet Pflicht zum Handeln für denjenigen, der in Not ist, auch für den Feind. Sie sprengt nationale, kulturelle und religiöse Grenzen, sie gilt allen Menschen unabhängig von Klasse, Rasse, Geschlecht, Nation.
AUCH FÜR DEN FEIND wird jeder Mensch zum Nächsten, wenn er in Not gerät.
VERSÖHNUNG, Entspannung und friedliche Lösung von Konflikten haben Vorrang vor Gewalt und Krieg.
FREMDENFEINDLICHKEIT ist mit dem Evangelium unvereinbar.
DIE FRAU ist dem Mann ebenbürtig. Die Diskriminierung der Frauen in der Politik und der Kirche steht im Gegensatz zum Evangelium. Das Verbot der Frauenordination und das Gebot des Zölibates haben kein Fundament im Evangelium.
DIE INTERESSEN der Menschen sind wichtiger als die Interessen des Kapitals. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung widerspricht dem Evangelium und ist ein Verbrechen an Milliarden von Menschen, die in Armut, Krankheit und Unwissenheit leben müssen.
ZWEI MILLIARDEN CHRISTEN sind die größten ‘global players’ der Welt. Sie müssen die treibende Kraft für eine neue, gerechte Weltwirtschaftsordnung sein.
JESUS VERKÖRPERT das Ideal der Glaubwürdigkeit, d.h. die Einheit von Ideen, Reden und Handeln, also die Einheit von Anspruch und Wirklichkeit. So wie er die Menschen damals gegen die Machthaber vertreten hat - unabhängig, freimütig, selbstbewusst, furchtlos -, wäre er auch in einem heutigen Parlament der ideale Abgeordnete und Sprecher des Volkes.
DAS JÜDISCHE VOLK trägt keine Schuld am Tode Jesu. Der Antisemitismus ist eine Perversion der menschlichen Zivilisation und Kultur.
DIE BOTSCHAFT verlangt die Realisierung in DIESER Welt.
Dank der tatkräftigen Hilfe vom Ralf, der in seinem Blog photoappar.at schon 400 Artikel veröffentlicht hat, kann ich nun auch beginnen die Welt mit meinen Gedanken zu erfreuen.
Zwar bin ich schon seit Anbeginn des Internets “on”, bisher waren aber eher Foren meine Welt.
Auf utopia.de hab ich dann angefangen mit diesem neumodischen Blogzeugs zu experimentieren, schön geschützt in der Community und ohne technische Herausforderungen… bin ich doch mehr Poweruser als passionierter Seitenbastler.
Nun also in freier Wildbahn mit eigenem Blog. Ich bin ja selber mal gespannt wie das so klappen wird.